Warum Zeit zu zweit wichtig ist

 

Nur wenige Dinge sind für eine Paarbeziehung so wunderbar und gleichzeitig katastrophal wie das Kinderkriegen. Denn nichts verbindet zwei Menschen mehr als ein gemeinsames Kind. Und nichts kann die beiden mehr voneinander entfernen!

 

Weniger Zeit zu zweit

Und wenn man mal genau drüber nachdenkt, ist das auch ziemlich nachvollziehbar: Babys erfordern nahezu konstant Aufmerksamkeit und Betreuung und in der Sekunde, in der sie einschlafen, legen wir uns dazu. Und selbst wenn sie älter werden, stehen die Kinder meist im Fokus des Lebens ihrer Eltern und haben maßgeblichen Einfluss auf die Wochenendplanung, den Kontostand und natürlich deren Ausgehverhalten.
 
Demnach überrascht es nicht, dass Paare mit Kindern laut einer aktuellen Studie von Betreut.de deutlich weniger Zeit zu zweit verbringen als solche ohne und dass sie viel seltener miteinander ausgehen als vor der Geburt der Kinder. Während knapp 40 Prozent der befragten Eltern immerhin zweimal im Monat ohne Kinder Zeit miteinander verbringt, gaben 25 von Hundert an, eigentlich fast gar nicht mehr auszugehen. Bei einem Fünftel der Befragten lag der letzte gemeinsame Abend über ein Jahr zurück!
 
Ich bilde da keine Ausnahme: Meine letzte „Date Night“ allein mit meinem Freund liegt so lange zurück, dass ich mich gerade beim besten Willen nicht mehr daran erinnere. Dabei hatten wir uns ursprünglich vorgenommen, regelmäßig mindestens zwei Mal im Monat einen Babysitter zu bestellen, um gemeinsam ins Kino, Restaurant oder sonst wohin zu gehen, wo wir unsere Ruhe haben und auch die Möglichkeit, Dinge zu besprechen, die im Alltag gerne mal untergehen. Stattdessen waren wir im vergangenen Jahr wahrscheinlich ganze zweimal gemeinsam unterwegs – wohlbemerkt: zweimal im JAHR, nicht im Monat!

Warum ist das so?

Als Top Fünf Gründe dafür, nicht mehr oder nur selten miteinander auszugehen, wurden in der besagten Studie folgende Punkte genannt:
 
1. Wir haben keinen passenden Babysitter
 
2. Wir können es uns nicht leisten
 
3. Berufliche Verpflichtungen
 
4. Wir wollen unsere Kinder nicht allein lassen
 
5. Es ist einfach zu anstrengend/aufwendig
 
Kommt Ihnen das irgendwie bekannt vor? Mir schon…
 
Die finanzielle Frage ist natürlich für viele ein wichtiger Aspekt. Babysitter sind nicht günstig und wenn man nach einem Abend mit zwei Essen, Getränken und Kinotickets dem Babysitter noch 40 Euro in die Hand drücken muss, kann die ganze Nummer extrem kostspielig werden. Aber vielleicht muss es ja auch nicht immer das ganze Programm sein und Sie probieren beim nächsten Mal eine günstigere Ausgeh-Variante aus. Mein Sohn ist beispielsweise mittlerweile in dem Alter, in dem er auch mal bei einem Freund übernachten kann. So können sich Elternpaare dann auch wechselseitig unterstützen.
 
Zudem tappen viele von uns allzu leicht in die Falle und hängen folgender Logik an: Wir haben jetzt Kinder. Wir lieben unsere Kinder. Folglich haben sie für uns Priorität, weil sie uns brauchen und wir für sie verantwortlich sind. Außerdem sehen sie einfach zu süß aus in ihren kleinen Schlafanzügen… Leider hat diese Fürsorge häufig zur Folge, dass die Liebesbeziehung, die das Kind ja erst hervorgebracht hat, immer mehr ins Hintertreffen gerät.

Wo ist der Fehler?

Das kann ja eigentlich nicht angehen: Wir haben uns für gemeinsame Kinder entschieden, weil wir uns lieben und – im Idealfall – anziehend finden und nun tun wir alles dafür, dass das immer mehr in Vergessenheit gerät. Der Betreut.de Studie zufolge stellen rund 70 % der befragten Eltern fest, dass das gemeinsame Ausgehen dazu beiträgt, den Partner wieder attraktiver zu finden.
 
Ich bin davon überzeugt, dass sich durch das Pflegen der Beziehung zum Partner viele gemeinsame alltägliche Situationen einfacher gestalten lassen und ein respektvoller, liebevoller Umgang eine sichere Basis für ein harmonisches Miteinander für die gesamte Familie bildet – nicht nur für die Paarbeziehung
 
Denn das Verhalten der Eltern wirkt sich in erheblichem Maß auf ihre Kinder aus. Sie ahmen nach und lernen, wie Liebe aussieht, wie sie sich anfühlt, wie sie sich zeigt. So investieren Sie mit der Arbeit an Ihrer Beziehung auch immer in das Verhalten Ihrer Kinder.
 
Soll heißen: Dass Sie Ihre Kinder nicht alleine lassen wollen, ist die Hürde, die Sie am leichtesten überwinden können: Tun Sie es einfach! Es wir ihnen nicht schaden.
 
 
Und, welche Erfahrungen haben Sie gemacht? Gehen Sie noch regelmäßig mit Ihrem Partner aus? Und wenn ja, wie gelingt es Ihnen, sich diese regelmäßigen Auszeiten auch wirklich zu nehmen? Ich bin gespannt auf Ihre Kommentare!

Über Julia

Über Julia:
Julia arbeitet seit 2012 in der Unternehmenskommunikation von Betreut.at. Nach ihrem Publizistik-Studium zog es die Frankfurterin nach Berlin. Nach verschiedenen Jobs im Bereich Film-PR verabschiedete sie sich 2009 in die Elternzeit. Heute betreut sie statt Filmen ihren fünfjährigen Sohn und nimmt sich in ihrer Freizeit immer wieder vor, mehr Sport zu treiben.


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